Kleinstaatenturnier

4. Europäisches Kleinstaatenturnier 2015

Das Schach-Team Liechtenstein erkämpft sich am unter der Ägide der ECU (European Chess Union) und von der Guernsey Chess Federation
hervorragend organisierten Kleinstaatenturnier den achten Rang. Dies entspricht dem Startrang der Liechtensteiner und dem gesetzten Ziel.




Guernsey Chess Federation, gesegnet mit einer langen Tradition von grossartigen, internationalen Schachturnieren, zeichnete sich als perfekter Gastgeber aus. Sowohl die Eröffnungs- als auch die Abschlussfeier, wie aber auch das Turnier selbst waren bestens organisiert und liessen bei den zehn teilnehmenden Kleinstaaten keine Wünsche offen. Ausgehend von der Startrangliste war klar, dass der Sieger sich aus einer der elostärksten Nationen Luxemburg, den Färöer-Inseln, Monaco und Andorra herauskristallisieren würde, während das liechtensteinische Team sich zum Ziel setzte, zumindest ihren achten Startrang zu erreichen.

Furioser Start des FL-Teams
Mit einem tollen Sieg gegen Zypern (5. Startrang) startete das Team Liechtenstein furios ins Turnier. Mario Kobler, András Guller und Dejan Jelic vermochten ihre Partien nach hartem Kampf remis zu halten, während Renato Frick mit einem schönen Gewinn den Mannschaftssieg (2,5:1.5) realisieren konnte.

Remis gegen Jersey – ein Dämpfer
Die unnötig hohe 0:4-Niederlage in der 2. Runde gegen den übermächtigen Gegner Andorra war zwar irgendwie noch im Rahmen, doch in der 3. Runde mussten die Liechtensteiner einen ersten Dämpfer einstecken. Gegen das auf dem letzten Startrang ins Rennen gegangene Team aus Jersey kamen die Liechtensteiner nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Dabei lehnte Renato Frick ein Remis-Angebot seines Gegners Hawes ab und verlor die Partie anschliessend leider noch. In der nächsten Runde gegen den etwas höher eingestuften Gastgeber Guernsey setzte es sogar eine 1:3-Niederlage ab. In der Mitte des Turniers gegen Monaco spielend, erreichte lediglich Mario Kobler gegen Grossmeister Efimov ein sehenswertes Unentschieden, während Guller, Jelic und Mündle ihre Partien nicht halten konnten und somit die hohe Niederlage (0,5 : 3,5) besiegelt war.

Achtungserfolg gegen Luxemburg
Zu Beginn der zweiten Turnierhälfte kam das Team Liechtenstein zu einem Achtungserfolg gegen die klar führenden Luxembourg. Das elostärkste Team wusste nur knapp zu überzeugen und musste den Liechtensteinern 1,5 Punkte zugestehen. Dejan Jelic erreichte nach heroischem Kampf gegen Fidemeister Hubert Mossong den Remis-Hafen, während Renato Frick gegen Philippe Linster ein schöner Sieg gelang, nachdem diesem in besserer Stellung eine Unachtsamkeit unterlief. In der siebten Runde resultierte eine unnötige Niederlage gegen Malta. In klar besserer Stellung unterlief Mario Kobler ein gravierender Fehler, der ihn leider die Partie kostete. Unentschieden spielten Renato Frick und Dejan Jelic. Nach einer hochstehend vorgetragenen Partie akzeptierte Kurt Mündle infolge hoher Zeitnot das Remis-Angebot seines Gegners Clarence Psaila zum Schlussresultat von 1,5:2,5. In der achten Runde gelang den Liechtensteinern ihr höchster Sieg. Gegen San Marino konnten sowohl Renato Frick als auch András Guller ihre Partien gewinnen, während Mario Kobler und Kurt Mündle mit ihren Unentschieden den hervorragenden 3:1-Sieg festigten. In der letzten Runde gegen das hoch favorisierte Team von den Färöer-Inseln wurden die Liechtensteiner nochmals brutal (0:4) auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Da Renato Frick seine Partie unbedingt gewinnen wollte, schlug er das Remis-Angebot des um fast 300 Elopunkte mehr aufweisenden Gegners John Rodgaard aus und verlor nach einer Unachtsamkeit die Partie noch, was aber nichts am Gesamtresultat der Liechtensteiner an diesem Turnier änderte.

Luxemburg holt den Titel
Liechtenstein erreichte mit 5 Mannschafts- und 12 Einzelpunkten den avisierten achten Schlussrang vor San Marino (4 MP, 12 EP) und Jersey (1 MP, 8,5 EP). Die Goldmedaille ging klar an die elofavorisierten Luxembourger, die bis auf den Direktkampf gegen Monaco (2:2) alle ihre restlichen Spiele zu gewinnen vermochten und verdient Turniersieger wurden (17 MP, 27 EP). Silber ging an die Mannschaft von Monaco (15 MP, 26,5 EP), die damit das Team von den Färöer Inseln – Sieger 2013 – ganz knapp (15 MP, 26 EP) auf den Bronzemedaillen-Platz zu verdrängen vermochten.